Craft BierMikrobrauerei

Eine Handwerksbrauerei oder Mikrobrauerei ist eine Brauerei, die kleine Mengen Bier herstellt, und die oft in privatem Besitz ist. Sie legen den Schwerpunkt auf Enthusiasmus, neue Geschmacksrichtungen und vielfältige Brautechniken.

Die Craft-Beer-Bewegung begann in den 1970er Jahren in den Vereinigten Staaten und im Vereinigten Königreich, auch wenn das traditionelle handwerkliche Brauen in Europa schon seit Jahrhunderten existiert und sich später auch in anderen Ländern verbreitete. Als die Bewegung wuchs und einige Brauereien ihre Produktion und ihren Vertrieb ausweiteten, entwickelte sich der umfassendere Begriff des Handwerksbrauens.

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Einordnung

Bis einschließlich 2005 seitens des Statistischen Bundesamtes die Gruppe der Kleinstbrauerei bis 5.000 Hektoliter pro Jahr zusammengefasst, seit 2006 wird die kleinste Gruppe mit einer Produktion von bis zu 1.000 Hektoliter pro Jahr ausgewiesen.

Im Jahr 2010 gab es in Deutschland 900 Kleinbrauereien, 640 von ihnen produzieren weniger als 1.000 hl pro Jahr. Ihr Marktanteil beträgt insgesamt weniger als 1 %.
Die Zahlen beziehen sich nur auf gewerbliche Brauereien und schließen das Hobbybrauen nicht ein. Kleinbrauereien zahlen eine reduzierte Biersteuer.
Etwa ein Drittel der Kleinbrauereien hat eine bis zu 500 Jahre alte Tradition, die meisten davon in Franken. Etwa 2/3 wurden in den letzten 25 Jahren gegründet. Die überwiegende Mehrheit der Kleinbrauereien arbeitet in Kombination mit einer Gaststätte.

Definition

Auch wenn die Definitionen variieren, haben Mikrobrauereien im Allgemeinen bestimmte gemeinsame Merkmale:

  1. Ihre Biere sind in der Regel reines Malz und werden nach einem traditionellen Rezept gebraut, sind davon inspiriert oder können originelle Kreationen sein, die mit dem kulturellen Erbe der Brauerei verbunden sind.
  2. Ihre Biere richten sich in erster Linie an den anspruchsvollen oder neugierigen Verbraucher.
  3. Ihre Biere werden nicht gefiltert, oft ein zweites Mal in der Flasche vergoren und ohne Zusätze in Flaschen oder Fässer abgefüllt.
  4. Mikrobrauereien übernehmen manchmal das Mälzen der Gerste, die sie von Landwirten kaufen, anstatt sie von einer Mälzerei zu beziehen.

Merkmale

Der besondere Geschmack ("Buchweizen, Mirabelle, Kastanie, Aprikose...") und die Herkunft sind ausschlaggebend für die Wahl dieser Biere. So konnte sich Bier von einem standardisierten Industrieprodukt zu einem Geschmackserlebnis entwickelt. Infolgedessen sind die Preise höher als die der großen Marken. Im Gegensatz zu letzteren werden traditionelle Biere im Allgemeinen nicht in Massenvertriebskanälen, sondern auf lokaler Ebene (Cafés, Restaurants, Brauereien usw.) verkauft.

Craft-Beer Brauereien sind sehr kreativ und entwickeln neuartige Bierstile, wo bei sie sich durch Ideen aus anderen Ländern inspirieren lassen.
Die sogenannte Hausbrauerei existiert in Deutschland schon lang. Auch sie fällt unter den Begriff Mikrobrauerei. Das hergestellte Bier wird vorwiegend oder ausschließlich in einer der Brauerei angeschlossenen Gaststätte („Gasthaus“) ausgeschenkt. Die Bierstile sind fast immer sehr klassisch (Pils, Mai-Bock, etc.).

Craft Beer Revolution

Der Craft Beer Revolution ging eine lange Periode der Konsolidierung und Homogenisierung in der weltweiten Bierindustrie voraus die im späten 19. oder frühen 20. Jahrhundert begann und den größten Teil des 20. Jahrhunderts andauerte.

Brauereien fusionierten, wurden aufgekauft, gingen in Konkurs oder stellten die Produktion einfach ein. In Belgien ging die Zahl der Brauereien von mehr als 3.000 im Jahr 1900 auf 143 im Jahr 1980 zurück. Noch extremer war die Konsolidierung in den Vereinigten Staaten, wo die Zahl der Großbrauereien von 421 im Jahr 1947 auf nur noch 10 im Jahr 2014 zurückging und einige wenige Bierstile einen zunehmend homogenisierten Markt beherrschten.
In Deutschland war die Situation auf Grund historischer Traditionen etwas anders. Die Zahl der Brauereien sank zwar auch von etwa 2.200 im Jahr 1960, aber eben nur auf etwa 1.100 im Jahr 1980, und wuchs seitdem auf knapp 1.400.

Ihren Ursprung hat die Craft-Beer-Bewegung in den USA. Seit den 1950er Jahren beherrschten 3 große Braukonzerne den gesamten US-Biermarkt: SABMiller, Anheuser-Busch und Molson Coors. Sie hatten das Ziel möglichst viel und möglichst billig zu produzieren – so brauten sie alle so ziemlich das gleiche Bier: Ein massentaugliches, unauffälliges Lagerbier.

Im Jahr 1978 kam Bewegung in die Sache. Präsident Jimmy Carter hob das Heimbrau-Verbot auf, und die Hobbybrauer durften ihre Biere nun sogar verkaufen.

Immer mehr enthusiastische Bierfans begannen, inspiriert von neuen Geschmacksrichtungen, Alternativen zum Pils zu brauen: India Pale Ale (IPA), Saison, Stouts, Porters, Tripel oder Witbier. Sie nannten ihre Produkte liebevoll „Craft Beer“ (handgemachtes Bier). Heute gibt es mehr als 5.000 Brauereien in den USA. Und es dauerte nicht lange, bis die Welle auch nach Europa schwappte.

Der ursprünglich, v.a. in den USA, verwendete Begriff „Microbrewery“ ist inzwischen nicht mehr ganz passend, da viele dieser Brauereien inzwischen stark gewachsen sind und einige regelrechten Kultstatus genießen. Bekannte Namen in den USA sind:

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