Craft BierMikrobrauerei

India Pale Ale (IPA) ist ein helles bis kupferfarbenes, stark hopfenbetontes, obergärig gebrautes Bier. Es ist eine Variante des Pale Ales.

Neben der ausgeprägten Hopfenbittere ist vor allem ein fruchtiges Aroma, das an Zitrusfrüchte (Papaya / Ananas / Maracuja) erinnert, sowie ein relativ hoher Alkoholgehalt charakteristisch.

IPA ist heute das Markenzeichen der Craft-Bier-Bewegung weltweit. Wie es sich für ein Exportbier gehört, kreieren Brauereien von Australien bis Skandinavien neue Biere, die meist von der amerikanischen Variante des Stils inspiriert sind, aber oft auch eine eigene regionale Note haben.

Steckbrief

Alkoholgehalt: 7 - 11 % vol.
Stammwürze: 12,5 - 18,5 °P.
Hefe: obergärig
IBU: 40 - 60 IBU
EBC: 10 - 30 EBC

Typen

Vom klassischen IPA abweichend gibt es zahlreiche Varianten dieses Bierstils, wie etwa:

Black IPA

Black IPA (auch bekannt als Cascadian Dark Ale (CDA) oder American Black Ale) hat keine helle Farbe. Es ist rein optisch kaum von einem Porter oder Stout zu unterscheiden. Schwarze IPAs haben die gleichen bitteren Hopfenaromen wie ihre IPA-Vettern, aber durch die Verwendung von gerösteten Malzsorten haben sie einen intensiven Malz-Geschmack.
Greg Noonan von Vermont Pub & Brewery kreierte Anfang der 1990er Jahre das erste schwarze IPA, das nur im Pub vom Fass verkauft wurde, aber in den Vereinigten Staaten erst 2009 populär wurde.

Brut IPA

Das Brut IPA ist ein knackiges, trockenes IPA, das von Kim Sturdavant, Chefbrauer der Social Kitchen and Brewery in San Francisco, erfunden wurde. Um ein Brut IPA herzustellen, fügen die Brauer das Enzym Amylase hinzu, um den Zucker zu entfernen.

Brett IPA

Während des Transports nach Übersee wurden die frühen India Pale Ales in Holzfässern gelagert. In diesen Fässern - so vermuten Bierexperten - wurden einige Chargen auf natürliche Weise mit Brettanomyces, einer Form von wilder Hefe die normalerweise auf der Schale von Obst lebt, beimpft.
Das Bier entwickelte einen säuerlichen Geschmack und war eher der Kategorie der Sauerbiere zuzuordnen.

Inzwischen hat sich ein neuer Trend entwickelt: einige Brauereien wollen historisch brauen, und die alten Bierstile reproduzieren. Viele der moderne Interpretationen haben jedoch ein starkes Hopfenaroma die mit einer eher subtilen Brettanomyces-Note kombiniert ist.

Double IPA

Double IPAs (auch als Imperial IPAs bezeichnet) sind eine stärkere, sehr hopfige Variante von IPAs, die in der Regel einen Alkoholgehalt von mehr als 7,5 % vol. aufweisen. Es wird behauptet, dass dieser Stil 1994 von Vinnie Cilurzo, dem heutigen Eigentümer der Russian River Brewing Company in Santa Rosa, Kalifornien, in der inzwischen aufgelösten Blind Pig Brewery in Temecula, Kalifornien, entwickelt wurde.

Triple IPA

Triple IPAs zeichnen sich durch stärkere Hopfenaromen und einen höheren Alkoholgehalt aus, wobei der Alkoholgehalt in der Regel über 10 % vol. liegt. Der Stil wird durch Pliny the Younger von Russian River Brewing Company verkörpert.

Session IPA

Session IPAs zeichnen sich durch einen geringen Alkoholgehalt (zwischen 3 - 4 % vol.) aus und können deshalb auch zwischendurch oder in größeren Mengen getrunken werden.

Die gängigste Erklärung für den Begriff geht auf die Zeit des Ersten Weltkriegs in England zurück, als bei der Arbeit getrunken wurde, sogar bei der Herstellung von Waffen - tolle Idee!
Den Arbeitern wurden zwei Trinkperioden oder "Sessions" von insgesamt 4 Stunden pro Arbeitstag zugestanden. Dazu war ein leichteres Bier als das alltägliche Stout oder Porter erforderlich, so dass die Arbeiter mehr Bier trinken konnten, ohne das die üblichen "Nebenwirkungen" zu Tage traten, ganz im englischen Sinne. Die Tatsache, dass dieses Gesetz bis 1988 in Kraft blieb, ist erstaunlich und erklärt, warum viele Session-Biere heute immer noch britische Stile sind.

Englisches IPA

In der Vergangenheit exportierten englische Brauereien eine Vielzahl von Biersorten in die Kolonien des britischen Empires. Der Versand von Bieren an die in Indien stationierten Truppen war jedoch eine besondere Herausforderung in einer Zeit, als die Reise Monate dauerte und jedes Fass wilde Brettanomyces-Hefe enthielt. Um die Reise zu überstehen, wurden die Pale Ales malzhaltiger, alkoholreicher und hopfiger gemacht, da Hopfen ein natürliches Konservierungsmittel ist. Historiker glauben, dass das IPA für die Truppen verwässert wurde, während Offiziere und die Elite das Bier in voller Stärke genossen.

Im Laufe der Zeit hat die Besteuerung dazu geführt, dass das englische IPA einen niedrigeren Alkoholgehalt aufweist. Je magerer das Gebräu ist, desto weniger Malz wird benötigt und desto geringer ist die Notwendigkeit einer starken Hopfenpräsenz, die das Gebräu leicht aus dem Gleichgewicht bringen würde. Erwarten Sie einen erdigen, blumigen englischen Hopfencharakter und ein Malzprofil, das sich durch Noten von Biskuit, Toast und Toffee auszeichnet.

Neuengland IPA

New England IPAs (auch NEIPA, Hazy IPA oder Juicy IPA genannt) sind ein IPA-Stil, der von John Kimmich von The Alchemist mit seinem Bier Heady Topper erfunden wurde.
Sie zeichnen sich durch saftige Zitrus- und Blumenaromen aus, sind recht cremig und besitzen eine geringere Bitterkeit. Außerdem haben sie eine weiche Konsistenz, ein angenehmes Mundgefühl und ein sehr trübes Aussehen.
Diese Eigenschaften werden durch eine Kombination von Brautechniken erreicht: eine sehr späte Hopfengabe (frühestens beim Whirlpool oft auch erst im Kaltbereich), Verwendung bestimmter Hefestämme sowie die Zugabe von Weizen- und Haferflocken.

Eine Abwandlung des Stils ist das Milkshake IPA, bei dem Laktose hinzugefügt wird, um ein New England IPA cremiger zu machen.

West Coast IPA

West Coast IPAs sind dafür bekannt, dass sie wenig Malz enthalten, sehr klar und trocken sind und den Hopfen in den Vordergrund stellen.

Schon während des Würzekochens werden große Mengen an Hopfen beigegeben und auch beim Stopfen im Kaltbereich wird meistens nicht gespart. Dieser Stil zeichnet sich durch harzige, kräuterartige und teilweise an Pinie erinnernde Aromen aus.

East Coast IPA

Die East Coast IPAs sind zwar ebenfalls stark hopfenbetont, im Vergleich zu ihren westlichen Counterpart haben sie jedoch einen ausgeprägteren Malzcharakter. Dadurch schmeckt es vollmundiger und süßlicher. Zudem erhält das East Coast IPA dadurch auch eine mindestens bernsteinfarbenen Farbe und ist somit dunkler als das West Coast IPA.

Empfehlungen

Pax Bräu Old Age IPA / Pax Bräu

Imperial IPA: Resin Bomb / Brewerkz Brewing Co.

IPA: Jopen Hop zij met ons / Jopen BV

Green Business / Munich Brew Mafia

Camba Imperial IPA / Camba Bavaria

Cali Belgique IPA / Stone Brewing

Max-Q / Braukraft

BrettBrett Double IPA / Wild Beer

Session Bier Joséphine / Brasserie Pietra

Geschichte

Die Pale Ales des frühen 18. Jahrhunderts waren sehr beliebt aber nicht lange haltbar. Auf Geheiß der East India Company entwickelte die Brauerei Allsopp eine neue Variante. Diese war viel stärker gehopft und hatte einen höheren Alkoholgehalt. Beides wirkte sich positiv auf die Lagerfähigkeit aus und somit war es gut für den Export nach Indien geeignet. Daher auch der Name: India Pale Ale

Die Wiederbelebung des IPA in der Neuzeit geht auf ein Seminar über historische Pale Ales zurück, das der Gastwirt Mark Dorber 1990 in seinem Pub, dem White Horse, Parson's Green, veranstaltete. Dies führte 1992 zu einem Pale-Ale-Festival und 1993 zu einem IPA-Festival. Für dieses braute die Brauerei Bass ein 7,2 %iges Bier braute, das auf einem Rezept aus den 1850er Jahren basierte. Dorber und Roger Protz organisierten daraufhin 1994 eine IPA-Konferenz in der Whitbread-Brauerei in London, an der Brauer von beiden Seiten des Atlantiks teilnahmen. Der Einfluss dieses Treffens hält bis heute an, so basiert beispielsweise das East India IPA der Brooklyn Brewery auf dem Bier, das Garrett Oliver dorthin brachte.