Craft BierMikrobrauerei

Pale Ale ist ein helles bis kupferfarbenes, hopfenbetontes, obergärig gebrautes Bier. Es gehört zur Familie der englischen Ales. Diese werden hauptsächlich aus gemälzter Gerste und bei warmer Gärung (15 bis 25 °C) gebraut.
"Pale" bedeutet übersetzt "blass, bleich" und dies bezieht sich auf die Farbe, die wiederum durch die Verwendung von hellem Malz ensteht.

Steckbrief

Alkoholgehalt: 4 - 6% vol.
Stammwürze: 10 - 14 °P
Hefe: obergärig
IBU: 18 - 42 IBU
EBC: 7 - 16 EBC

Typen

Unterschiedliche Braupraktiken und Hopfengehalte haben innerhalb der Familie der Pale Ale zu einer Reihe von Geschmacksrichtungen und Bierstilen geführt.

Amerikanisches Pale Ale

American Pale Ale (APA) wurde in den USA, im Rahmen der Craftbeer Bewegung, in den 1980iger Jahren entwickelt.

American Pale Ales haben in der Regel einen Alkoholgehalt von etwa 5 % und enthalten große Mengen an amerikanischem Hopfen, in der Regel Cascade. Obwohl für amerikanisch gebraute Biere in der Regel eine reinere Hefe und amerikanisches zweireihiges Malz verwendet werden, unterscheidet sich ein APA insbesondere durch den amerikanischen Hopfen von einem britischen oder europäischen Pale Ale.

Der Stil steht dem amerikanischen India Pale Ale (IPA) nahe, und die Grenzen sind fließend, auch wenn IPAs stärker und durchsetzungsfähiger gehopft sind. Der Stil steht auch dem Amber Ale nahe, auch wenn diese aufgrund der Verwendung von Kristallmalz dunkler und malziger sind.

Der Klassiker unter den American Pale Ales ist das Sierra Nevada Pale Ale, ein mit Cascade-Hopfen gestopftes, fruchtiges Bier aus Kalifornien.

India Pale Ale

Das India Pale Ale (IPA) Bier hat sich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in England aus dem sogenannten Oktoberbier entwickelt. Die Brauereien lieferten dieses wegen seines höheren Alkohol- und Hopfengehaltes sehr haltbare Bier unter anderem in die indischen Kronkolonien.

Heute ist IPA ist ein klassischer Bierstil der US-amerikanischen Craft-Bier-Bewegung. Seine Farbe kann von einem hellen Goldton bis zu einem rötlichen Bernstein variieren.

Der prägnanteste Unterschied zwischen einem Pale Ale und einem IPA ist die nicht ganz so intensiv ausgeprägte Bittere (bedingt durch die geringere Hopfung). Daher eignet sich ein Pale Ale besser für den unerfahrenen Gaumen als ein IPA, das "Novizen" häufig zu bitter schmeckt.

Amber ale

Amber Ale ist ein neuer Begriff, der in Australien, Frankreich und Nordamerika für Pale Ales verwendet wird, die mit einem Anteil an bernsteinfarbenem Malz und manchmal auch Kristallmalz gebraut werden, um eine bernsteinfarbene Farbe zu erhalten, die im Allgemeinen von hellkupferfarben bis hellbraun reicht. Eine kleine Menge Kristallmalz oder anderes farbiges Malz wird der Basis eines Pale Ales hinzugefügt, um eine etwas dunklere Farbe zu erhalten, wie bei einigen irischen und britischen Pale Ales.

In Frankreich wird der Begriff Ambrée" für ein bernsteinfarbenes Bier verwendet, das entweder kalt oder warm vergoren ist; das Bier kann, wie bei Pelforth Ambrée und Fischer Amber, ein Wiener Lagerbier oder ein Bière de Garde wie bei Jenlain Ambrée sein.

In Nordamerika werden amerikanische Hopfensorten mit unterschiedlichem Bitterheitsgrad verwendet, auch wenn nur sehr wenige einen besonders intensiven Hopfen-Geschmack haben.

Bière de Garde

Ein Bière de Garde ist ein helles Bier, das traditionell in der Region Nord-Pas-de-Calais in Frankreich gebraut wird. Diese Biere wurden von den Bauernhöfen in der Regel im Winter und im Frühjahr gebraut, um unvorhersehbare Probleme mit der Hefe während der Sommerzeit zu vermeiden.

Der Ursprung des Namens liegt in der Tradition, dass das Bier nach der Abfüllung in Flaschen (die meisten wurden mit einem Korken verschlossen) eine Zeit lang reifte oder kellerte, um später im Jahr getrunken zu werden, ähnlich wie bei einem Saisonbier.

Die bières de garde haben einen starken malzbetonten Charakter und sind wenig gehopft.

In Frankreich gibt es eine Reihe von Bieren mit dem Namen "Bière de Garde", zu den bekannteren Marken gehören: Brasserie de Saint-Sylvestre, Trois Monts (8,5 % vol.); Brasseurs Duyck, Jenlain (6,5 % vol.); und Brasserie La Choulette, Ambrée (7,5 % vol.).

Empfehlungen

Zombie Dust / Three Floyds

Killer Cucumber Ale / Steamworks Brewing

Sur Simcoe / To Øl

Foundation 11 / Crew Republic

Surfers Ale / Hopfmeister

Rise / Whalers Brewing Co.

Geschichte

Koks wurde erstmals 1642 für die Trockenröstung von Malz verwendet, aber erst um 1703 wurde der Begriff "pale ale" für Biere verwendet, die aus solchem Malz hergestellt wurden. Dabei wurde durch das kontrolliertere Darren des Malzes über dem Koks erstmals die Herstellung hellerer Malzsorten (pale malts) möglich.

Um 1830 waren die Begriffe "bitter" und "pale ale" gleichbedeutend. Die Brauereien neigten dazu, ihre Biere als "pale ales" zu bezeichnen, obwohl die Kunden dieselben Biere üblicherweise als "bitters" bezeichneten. Es wird vermutet, dass die Kunden den Begriff "Bitter" verwendeten, um diese Pale Ales von anderen, weniger stark gehopften Bieren wie Porter und Milds zu unterscheiden.

Mitte bis Ende des 20. Jahrhunderts bezeichneten die Brauereien Flaschenbiere zwar immer noch als Pale Ales, aber sie begannen, Fassbiere als Bitters zu bezeichnen.

Heute sehen einige Großbrauereien das Pale Ale als einen massentauglicher Bierstil, der auch ungeschulte Gaumen schnell überzeugt. Ein Beispiel in diesem Kontext ist das Beck's Pale Ale, das allerdings von Puristen eher belächelt wird.